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Der rheinische Zungenschlag und sein
direktes freundliches Wesen verraten rasch seine rheinische Herkunft: Bruder
Andreas Warler ist Organist an der Basilika des
Klosters Steinfeld. 1965 im ebenfalls in der Eifel gelegenen Baasem geboren
studierte er Theologie in Passau und konnte somit der weltgrößten Domorgel nicht
entgehen. 1989 begann er das Studium der Kirchenmusik.
Seither ist er als Konzertorganist aktiv in Steinfeld und auf Reisen. Zahlreiche
CD-Aufnahmen sowie Rundfunk- und Fernsehproduktionen mit dem WDR dokumentieren
sein kreatives Schaffen.
Bereits zum sechsten Mal ist er nun auf Einladung des Fördervereins zu Gast in
Heilig Geist gewesen. Wiederum überzeugte er das bei bestem spätsommer Wetter in
Heilig Geist eingekehrte Publikum von seinem Handwerk vor allem mit den Füßen
(dazu gleich)!
Sein historisch stilbewusstes Musizieren brachte den Klang zweier heute
vielleicht am seltensten aufgeführten Orgelkomponisten zu Gehör: der Thüringer
Kirchenkantoren und nachbach'schen Orgelvirtuosen Rinck und Ruppe.
Verzückt vernahmen die Zuhörer danach die liebevollen Variationen über ein
Marienlied des 1982 verstorbenen Düsseldorfer Maxkirchen Organisten
Ingenhoven. Beeindruckend vor allem die mitunter
rasante und nur mit dem Pedal ausgeführte Variation.
Den Rahmen gab eingangs eine musikalische Retrospektive Buxtehudes, an den in
seinem 100. Todesjahr besonders erinnert werden sollte. Hier war es vor allem
sein Praeludium und Fuge, das gleich am Anfang eine ungewohnt mitreißende
Vorstellung des alten Meisters vermittelte. Selten hört man Buxtehude so spontan
wie in dieser quasi-improvisierten Eingebung.
Das aber lag, wie sich zu Schluss des Programms zeigte, auch an der bereits
bekannten und immer wieder bewunderten Improvisationsfähigkeit des Organisten.
Andreas Warler entwarf mit geschickt gewählten
thematischen Strichen eine rhapsodische Orgeldichtung von höchster Dynamik und
sehr persönlichen choralartig gewirkten Teilen. Die musikalische Seele
offenbarte sich beim Spielen. Das aufmerksame und höchst konzentrierte Publikum
klatschte begeistert Applaus und forderte Zugabe, die gern gleich vierfach
gewährt wurde.
Ein Wiedersehen und -hören wird gewünscht!
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